Mittwoch, 20. August 2014

König von drei Reichen - Das schwere Erbe des Erik


Erik wurde in die Familie der Herzöge von Pommern geboren. Als er gerade 6 Jahre alt war, erwählte ihn seine Großtante Margarethe I., der es gelungen war die Nationen Skandinaviens unter ihrer Herrschaft zu vereinen, zu ihrem Nachfolger. Mit 15 Jahren wurde er König von Dänemark, Norwegen und Schweden, womit die Kalmarer Union begründet wurde. Der plötzliche Tod seiner Großtante bescherte ihm ein großes Erbe.

 
Als Sohn des Herzogs Wartislaw VII. und dessen Frau Maria im Jahre 1382 in Rügenwalde geboren erhielt er zunächst den Namen Bogislaw. Er stammte aus dem Geschlecht der Greifen, der Herzöge von Pommern.
Seine Großtante Margarethe, eine der bedeutensten politischen Persönlichkeiten des Mittelalters, erwählte ihn zum Nachfolger, als er etwa 6 Jahre alt war. Im Jahre 1388 erhielt er den nordischen Namen Erik und wurde, durch die norwegischen Stände, als Erbkönig von Norwegen anerkannt. Im Jahre 1397 wurde Erik, nach skandinavischem Recht, volljährig und in Kalmar zum König von Dänemark, Norwegen und Schweden gekrönt.
Das Lebensziel von Margarethe, die Vereinigung der drei großen skandinavischen Nationen unter ihrer Herrschaft, war damit erreicht. Welches Erbe aber trat er an, als Margarethe plötzlich im Jahre 1412 verstarb?

Die Vorgeschichte bis Waldemar Atterdag

Die Vorfahren der Dänen besiedelten, von Südschweden ausgehend, im 6. Jahrhundert Jütland und einige Ostseeinseln. Unter Gorm dem Alten wurden vereinzelte Königreiche erstmals im 10. Jahrhundert geeint. Bis 1035 eroberten die Dänen weite Teile der britischen Inseln, Nowegens und Südjütlands. Unter Knut dem Großen begann die Wikingerepoche, als er Dänemark, England, Norwegen und Teile Schwedens einte im Anglo-Skandinavischen Großreich, auch bekannt als Nordseereich. Dieses entstand 1016 durch die Krönung Knuts zum englischen König, brach durch seinen Tod 1035 auseinander und erlosch 1042 mit dem Tod seines Sohnes Hardiknut. Das Ende der Wikingerepoche wird gekennzeichnet durch die Schlacht von Hastings im Jahre 1066, als das Heer der französischen Normannen, unter Herzog Wilhelm dem Eroberer, seinen ersten Erfolg bei der Eroberung Britanniens hatte.


 
Ein erneuter großer Aufstieg gelang den Dänen unter Waldemar I., unter dessen Ägide große Teile des Ostseeraumes an Dänemark fielen, sowie 1219 der Norden Estlands. Er unternahm auch Feldzüge gegen die rüganer Ranen, die ihrerseits die dänischen Küsten verwüsteten und deren Christianisierung er vorantrieb.
Unter Waldemar II. wurden jedoch, durch eine Koalition aus norddeutschen Fürsten, Bischöfen und Städten, die Dänen 1227 in der Schlacht bei Bornhöved geschlagen. Auch sonst waren die Zeiten für Dänemark bis Waldemar Atterdag von erheblichen Wirren geprägt.



Der legendäre König Waldemar Atterdag wurde 1340 zum dänischen König gewählt. Der Machtbereich von Waldemar Atterdag war zunächst sehr eingschränkt auf den Bereich Nordjütland. Doch verstand er es, das traditionell gute Verhältnis der dänischen Könige zur Kirche auszubauen und mit dieser einen seiner wichtigsten Verbündeten zu gewinnen. Weitere Verbündete waren die Wittelsbacher, auf deren Seite er sich an mehreren Feldzügen in Deutschland beteiligte, sowie Mecklenburg, als wertvoller Verbündeter gegen Schweden und die Grafen von Holstein.
All dies, sowie der Verkauf der Kronrechte von Estland an den Deutschen Orden im Jahre 1346, sicherte ihm den weiteren Ausbau seiner Macht. Von Kopenhagen ausgehend weitete Waldemar Atterdag seinen Herrschaftsbereich aus, durch Eroberungen und durch Auslösung von Burgen und Ländereien aus der Verpfändung.

Im Jahre 1359 kam es zu einem Adelsaufstand in Dänemark, unter Führung von Niels Bugge. Der Landfrieden von 1360 söhnte Regierung und Opposition aus, so dass Schonen von Waldemar Atterdag der Hanse abgerungen werden konnte und im darauffolgenden Jahr die Hansestadt Visby auf Gotland, womit er ''Herr der Gotländer'' wurde.
Als Verwalter setzte Waldemar Atterdag treue Gefolgsleute ein, die er auch, durch sein gutes Verhältnis zur Kirche, in den Domkapiteln etablieren konnte und mit Pfründen versorgte. Als einer der treuesten Gefolgsleute erwies sich der rüganer Adlige Henning von Putbus, dänisch Podebusk. Dieser wurde von Waldemar Atterdag 1365 zum Drost ernannt, welches ein Verwaltungamt war, das man mit einem heutigen Regierungschef vergleichen könnte.
Die Wiederherstellung der dänischen Vormachtstellung im Ostseeraum stieß wiederholt auf heftigen Widerstand der Hansetädte und Podebusk verstand es meisterhaft ungünstige Bedingungen von Friedensverträgen, wie dem des Friedens von Vordingborg aus dem Jahre 1365, im Sinne Dänemarks zu unterlaufen. Der Hansetag beschloß am 19. November 1367 die ''Kölner Konföderation'', welche im Anschluß Dänemark den Krieg erklärte. Dieser wurde von Seiten der Hanse geführt, mit dem Ziel die alten Handelsprivilegien zu garantieren und die Kontrolle über den Öresund zu erlangen. Der für die Hanse sehr vorteilhafte Frieden von Stralsund im Jahre 1370 wurde unter Podebusks Führung verhandelt und sicherte der Hanse sogar Einfluss auf die Wahl des dänischen Königs. Die für Dänemark wirtschaftlich und politisch nicht hinnehmbaren Inhalte dieses Vertrages verstand Podebusk jedoch wiederum abzumildern und zu unterlaufen, nachdem er im Inneren zunächst die Ordnung wiederherstellte, hatte es doch dänische Adlige gegeben, die im Krieg auf der Seite der Hanse gestanden hatten.
Der König Waldemar Atterdag unternahm, um weitere Verbündete zu finden, in dieser Zeit eine Reise durch Europa und war bestrebt die Herrschaft über Schleswig zu gewinnen. Im Jahre 1375 jedoch verstarb er plötzlich, im Alter von nur 55 Jahren, bevor er diese Pläne verwirklichen konnte. Seine Nachfolge, als König von Dänemark, trat Oluv III. an, der Sohn seiner Tochter Margarethe und Håkon Magnussons . 

Margarethe I. und der Weg zur Kalmarer Union

Margarethe war die jüngste Tochter von Waldemar Atterdag. Sie wurde zwar offiziell nie gekrönt, spielt aber dennoch in der Geschichtsschreibung aller skandinavischen Nationen eine zentrale Rolle.
Am 9. April 1363 wurde Margarethe, im Alter von 10 Jahren, mit dem norwegischen König Håkon VI. Magnusson verheiratet. Dieser wiederum war ein Sohn des schwedischen Königs Magnus II. Erikson. Einen großen Einfluss übte ihre Erzieherin Merete Ulvsdatter, die Tochter der Heiligen Birgitta von Schweden, auf sie aus. Ihr einziges Kind war Oluv III., den sie während einer Pestepidemie in Oslo gebar.

 

Nach dem Tod ihres Vaters Waldemar Attertag im Jahre 1375 gab es keinen direkten männlichen Nachfolger für den dänischen Thron, da ihr Bruder Christoffer bereits im Jahre 1363 verstorben war. Außerdem gab es seit dem Frieden von Stralsund die Bedingung, dass die Hanse bei der dänischen Königswahl ein Mitspracherecht einräumte. Weiterhin gab es aus einem Seperatfrieden mit Herzog Albrecht II. von Mecklenburg die Bedingung, dass dessen Sohn König von Dänemark werden sollte. Dieser wiederum suchte Unterstützung dafür bei der Hanse und den holsteinischen Grafen.
Margarethe sicherte sich zunächst die volle Unterstützung von Henning Podebusk. Durch verschiedene Bündnisse und Belehnungen konnten sie sich die Unterstützung eines großen Teils der dänischen Aristokratie sichern. Auch die Herzöge von Pommern lehnten mecklenburgische Thronansprüche ab. Nach der Unterzeichnung einer Handfeste, welche eine jährliche Versammlung des dänischen Ständerates – dem Danehof – garantierte, wurde Oluv III., im Alter von 5 Jahren, vom Reichsrat zum König gewählt.
Nach dem Tod ihres Mannes Håkon Magnusson, im Jahre 1380, erreichte sie die Anerkennung der norwegischen Stände, dass ihr nun 10 jähriger Sohn als Erbkönig von Norwegen seinem Vater nachfolgte. Somit wurde die dänisch-norwegische Personalunion begrüdet, die 434 Jahre bestand. Außerdem konnte Margarethe beim schwedischen Reichsrat, im Jahre 1385, erreichen, dass ihr Sohn als Gegenkönig, zum in Schweden unbeliebten Sohn von Abrecht II. von Mecklenburg, gewählt wurde.
Bereits im Jahre 1387 starb Margarethes Sohn Oluv III. im Alter von 17 Jahren. Da er, nach skanivischem Recht, ab dem 15. Lebensjahr volljährig war, regierte er also lediglich formal 2 Jahre, ohne dass seine Mutter die Regentin war, wobei sie allerdings die wahre Herrscherin blieb. Der dänische Reichsrat erkannte sie, eine Woche nach dem Tod ihres Sohnes, in der Domkirche zu Lund, als Herrscherin an, bis zur formalen Einigung auf eine männliche Nachfolge, da in Dänemark zu dieser Zeit das Wahlkönigtum galt. Dies war der wohl letzte Erfolg des treuen Henning Podebusk. Obwohl in Norwegen das Erbkönigtum galt, erkannte der norwegische Reichsrat sie, im Jahre 1388, als Herrscherin an. Der schwedische Reichsrat erkannte sie schon einen Monat dannach an.
Eigentlich war immernoch der Sohn Herzog Albrechts II. von Mecklenburg König von Schweden, doch Margarethe begann, mit Unterstützung einflußreicher schwedischer Kreise, einen Krieg gegen diesen. Im Februar 1389 kam es zur Schlacht von Åsle, aus der sie als Siegerin hervorging. Diese Machtfülle nun sicherte Margarethe die alleinige Entscheidung über die königliche Nachfolge.
 


Erik und die Kalmarer Union

Bereits ab 1388 war Erik als Erbkönig, durch den norwegischen Reichsrat, anerkannt. Ein Jahr später holte Margarethe ihn nach Kopenhagen und er wurde kurz darauf auch zum König Dänemarks gewählt. Mit seiner Volljährigkeit nach skandinavischem Recht stand der Vereinigung von Dänemark, Norwegen und Schweden unter einem König nichts mehr entgegen.
Der Plan Margarethes, zur Schaffung eines skandinavischen Großreiches, ging nun auf. In einem historischen Akt, am 17. Juni 1397, wurde die Kalmarer Union begründet und Erik gekrönt zu:

Erik VII. König von Dänemark

Eirik III. König von Norwegen

Erik XIII. König von Schweden

Zu diesem Großreich gehörten neben den Königreichen Dänemark, Schweden und Norwegen, ein Teil Finnlands, Grönland, Island, die Faröer, die Shetland- und die Orkneyinseln. Die verschiedenen Reichsräte und Gesetzesnormen blieben aber erhalten. Dadurch wurde die Union auch nie von den verschiedenen Reichsräten ratifiziert und blieb daher eine Personalunion, unter einem König, sowie ein Verteidigungsbündnis, da sie auch nur von einem Teil des Adels der verschiedenen Reiche getragen wurde. Margarethe sicherte sich die Vollmacht zur Reichsverweserschaft und führte Erik nun in sein Amt ein und führte faktisch die Herrschaft fort.
Im Jahre 1406 heiratete Erik die 12 jährige Philippa eine Tochter des englischen Königs Heinrich IV., was bei der Stabilisierung seiner Macht behilflich sein sollte und war. Im Jahre 1409 kam es zum Krieg gegen Holstein, um das Herzogtum Schleswig. Bereits 1386, also noch zur Regierungszeit von Margarethes Sohn Oluv III., erzwangen die Schauenburger, also die Grafen von Holstein, vom dänischen Königshaus die erbliche Belehnung mit dem Herzogtum Schleswig, nachdem bereits 1260, also noch vor der Regierungszeit von Waldemar Atterdag, der deutsch-dänische Grenzwald an holsteinischen Adel verpachtet und hauptsächlich deutsch besiedelt wurde. Der Konflikt mit dem Geschlecht der Schauenburger, sowie die Konflikte mit der Hanse und dem Deutschen Orden prägten die Regierungszeit von Erik. Diese Konflikte gingen vor allem zu Lasten der schwedischen Staatskasse.
Mit dem Ziel das Herzogtum Schleswig fest an Dänemark zu binden, reiste der mittlerweile 30 jährige Erik zusammen mit Margarethe, im Oktober 1412, nach Flensburg, um sich die Gefolgschaft der dortigen Kaufleute zu sichern. Dort erkrankte Margarethe an der Pest und verstarb am 28. Oktober 1412 auf einem Schiff im Hafen von Flensburg.



Im jahre 1413 gründete Erik am Öresund die Stadt Landskrona und beabsichtigte dort die Hauptstadt der Union zu errichten. Bereits 1416 verlegte Erik allerdings seine Residenz nach Kopenhagen.
Zunächst griff Erik noch auf Seiten des alten Rates in den Verfasungsstreit von Wenden ein, die Hanse wollte allerdings nicht seinen Anspruch auf Schleswig gegen die Schauenburger unterstützen. Zum offenen Bruch mit der Hanse kam es, als Erik sich mit Polen verbündete, gegen den Deutschen Orden. Er erhob am Öresund Steuern, wobei die Hanse und Holstein benachteiligt, sowie Holland und England bevorzugt wurden. Im Jahre 1427 besiegten die Dänen eine hanseatische Flotte und nahmen dabei die Bürgermeister von Lübeck und Hamburg gefangen. Der Angriff der Hanse im Jahre 1428 auf Kopenhagen konnte abgewehrt werden. Der dänische Angriff auf Stralsund 1429 endete mit der Niederlage im Seegefecht von Dänholm.
Im Jahre 1429 führte Erik den Sundzoll ein und nutzte dafür die bereits 1420 gegründete Festung Krogen, das spätere Schloss Kronberg. Eine wendische Flotte brandschatzte Bergen. Doch Erik konnte sich mit dem Deutschen Orden verständigen und sogar Nowgorod auf seine Steite bringen, eine der östlichen neutralen Hansestädte. In dem sich entwickelnden Kaperkrieg gegen die Hanse, erhielt Erik Unterstützung von Holland. Mit Rostock und Stralsund konnte 1430 ein Speratfrieden geschlossen werden, während Holstein 1431 Flensburg eroberte. 1434 errichtete Erik in Malmö die Festung Malmöhus.
Den Traum von Margarethe, die Union zu einem Einheitsstaat zu formen, gab Erik nie auf. Er versuchte seinen Vetter Bogislaw IX. als seinen Nachfolger zu etablieren. Dieser wurde aber in der Union weitgehend abgelehnt, während ihn Erik gar schon als König der Union und Polen-Litauen sah. Allerdings kam es bereits 1434 in Schweden, unter Engelbrecht Engebrechtson, zum Volksaufstand. Dies zwang ihn im Jahre 1435 zum Frieden von Vordingborg, mit Holstein und den Städten des Wendischen und Sächsischen Viertels der Hanse. Dieser sicherte Holstein das Herzogtum Schleswig und den Hansestädten ihre Privilegien. Erik konnte seine Macht in der Union nicht mehr halten und zog sich daraufhin auf die Insel Gotland zurück. Der Reichrat von Dänemark tagte 1439 in der Hansestadt Lübeck und setzte Erik als König ab, was daraufhin auch auch Schweden tat und Karl Knudson Bonde als Reichsverweser einsetzte. Allein Norwegen blieb ihm treu und setzte Sigurd Jonson als Drosten ein, der in Eriks Namen die Regierungsgeschäfte führte. Erik allerdings zog es vor sich von Gotland aus, als Seeräuber zu betätigen.
In Dänemark wurde Eriks Neffe Christoph von Pfalz-Neumarkt zum König gewählt, den 1440 auch Schweden anerkannte. Aufgrund der Tatsache, dass Erik die Königswürde freundlichst zurückwies, erkannte 1442 auch Norwegen Christoph als König an. Der bereits im Zuge des schwedischischen Aufstandes als Reichsverweser eingesetzte Karl Knudson Bonde, konnte sich aufgrund von Unstimmigkeiten des schwedischen Adels mit Dänemark als Gegenkönig etablieren. Dieser wurde, nach dem Tod Christophs, sogar in Schweden zum König gekrönt und eroberte Gotland zurück, woraufhin Erik nach Rügenwalde ging. Er übernahm das Herzogtum Pommern-Stolp von der Witwe seines Vetters Bogislaw. Ohne Nachkommen zu hinterlassen verstarb Erik im Jahre 1459 und fand in der Stadtpfarrkirche seines Geburtsortes Rügenwalde seine letzte Ruhestätte.

 
Siehe auch:

Robert Bohn: Dänische Geschichte. C.H. Beck Verlag, München 2001

Montag, 18. August 2014

Die meistgestellten Fragen über die ''Georgia Guidestones''


Von Vielen wird es als ''Amerikas gheimnisvollstes Monument'' bezeichnet, manche vergleichen den Aufbau mit Stonehenge und einige erkennen darin die Gebote eines neuen Zeitalters der Vernunft. 






In der Mitte jeder Eckkante ist ein kleiner Kreis, mit jeweils einem Buchstaben, der die jeweilige Himmelrichtung repräsentiert, also N, S, E und W. Ein Steinblock steht in der Mitte, um welchen vier Steintafeln angeordnet sind und ein Schlußstein liegt auf dem astronomisch ausgerichteten Ensemble. Ein weiterer Steinblock ist, ein Stück westlich, in den Boden eingelassen und etnhält einige Angaben zur Geschichte und zum Zweck des Monuments. Auf dem Monument sind in 8 modernen Sprachen 10 Richtlinen eingraviert, neben der Mitteilung ''Lasst dies Orientierungssteine sein, in ein Zeitalter der Vernunft''.

Hier nun zu den meist gestellten Fragen über dieses Monument, seine Aussage und ob es irgendeine Beziehung hat zur sogenannten ''New World Order'' (NWO) oder geheimen Gesellschaften.

Was sind die Georgia Guidestones?

Die Georgia Guidestones sind ein geheimnisvolles Monument aus Granit in Elbert County, Georgia, USA. Das Denkmal ist 5,87 m hoch und besteht aus sechs Granitplatten, mit einem Gewicht von insgesamt etwa 109.000 kg (240.000 lb).

Die Inschriften auf den Tafeln berühren ein Thema, welches oft mit Verschwörungen, wie der ''NWO'', in Verbindung gebracht wird. Einerseits werden die Aussagen nämlich als Absicht gedeutet, die Weltbevölkerung massiv zu reduzieren. Eine andere Aussage soll auf die Etablierung einer 'Weltregierung' hindeuten. Aber ist das wirklich mit diesen Aussagen gemeint?

Der Initiator oder die Initiatoren der Guidestones wollten anonym bleiben und ihre Anonymität ist bist heute gewahrt. Die Aussgagen beziehen sich auf die Vorstellungen von einer perfekten Welt, wie sie sich der Autor oder die Autoren vorgestellt haben.

Wer war es, der die Georgia Guidestones entworfen und finanziert hat?

Ein Nebel aus Verschwörung, Okkultismus und Apokalypse umgeben dieses Monument. Viele die es studiert haben bezeichnen es als ''Prisma der Bedeutungen''. Soviel ist klar, dass im Juni 1979 eine Person, die sich R.C. Christian nannte, die Elberton Granite Finishing Company beauftragte das Monument zu bauen. Im März 1980 wurde das Monument schleißlich errichtet.

Im Jahre 2004 wurde das Monument mit Farbe beschmiert und mit Graffiti wie “Death to the new world order” (''Tod der neuen Weltordnung“). Das Wired Magazine nannte diese Verunstaltung den ''ersten ernsthaften Fall von Vandalismus in der Geschichte der 'Guidestones'''. 

 
Stecken die Rosenkreuzer hinter den Georgia Guidestones?

Die Rosenkreuzer sind bekannt für die Veröffentlichung von 3 gesellschaftskritischen und reformatorischen Manifesten am Anfang des 17. Jahrhunderts: die ''Fama Fraternitatis Rosae Crucis'' (''Allgemeine und General Reformation der gantzen weiten Welt. Beneben der Fama Fraternitatis, Deß löblichen Ordens des Rosenkreutzes, an alle Gelehrte und Häupter Europä''), die ''Confessio Fraternitatis'' und die ''Chymische Hochzeit''.

Diese anonymen Werke sind umgeben von Mysterien. Die Öffentlichkeit wurde kryptisch unterrichtet über die Rosenkreuzerphilosophie, während eine große Transformation der politischen und intellektuellen Landkarte von Europa angekündigt wurde. Bald darauf folgte das Zeitalter der Aufklärung und der Fall der europäischen Monarchien.

Die Georgia Guidestones scheinen die gleiche Funktion wie die Rosenkreuzermanifeste zu haben, mit der Forderung nach einer wichtigen Welttransformation und mit der Aufrechterhaltung eines Klimas des Geheimnisvollen. Doch es gibt keine Erkenntnisse, dass eine alte Gruppe, welche auch immer, daran beteiligt ist. Es ist ebenso wahrscheinlich, dass eine Gruppe von wohlhabenden Leuten beschlossen hat, der eigenen Philosopie ein Denkmal zu setzen. Aber was genau ist diese Philosophie?

Welche sind diese Richtlinien für ein 'Zeitalter der Vernunft' auf den Georgia Guidestones?

Hier die eingravierten Richtlinien:

Halte die Menschheit unter 500 Millionen
in fortwährendem Gleichgewicht mit der Natur
Lenke die Fortpflanzung weise
um Tauglichkeit und Vielfalt zu verbessern.
Vereine die Menschheit
mit einer neuen, lebendigen Sprache.
Beherrsche Leidenschaft – Glauben – Tradition
und alles sonst
mit gemäßigter Vernunft.
Schütze die Menschen und Nationen
durch gerechte Gesetze und gerechte Gerichte.
Lass alle Nationen ihre eigenen Angelegenheiten selbst/intern regeln
und internationale Streitfälle
vor einem Weltgericht beilegen.
Vermeide belanglose Gesetze
und unnütze Beamte.
Schaffe ein Gleichgewicht zwischen den persönlichen Rechten und
den gesellschaftlichen/sozialen Pflichten.
Würdige Wahrheit – Schönheit – Liebe
im Streben nach Harmonie mit
dem Unendlichen.
Sei kein Krebsgeschwür für diese Erde
Lass der Natur Raum
Lass der Natur Raum.
Die Richtlinien schlagen also einen Rückgang der Bevölkerung vor, bewusste und sorgfältige Fortpflanzung, die Möglichkeit weltweiter Kommunikations mittels einer weltweiten Sprache, Selbstbeherrschung mit Vernunft, gerechte Gesetze und Gerichte, die Selbstregelung nationaler Probleme und zentrale Beilegung internationaler Konflikte ohne Krieg, Gleichgewicht von Rechten und Pflichten, die Würdigung von Wahrheit, Schönheit und Liebe, innerhalb der natürlichen Grenzen.

Das ist es – ein Utopia, wenn alle wichtigen Schlüsselstellen mit verantwortungsvollen Personen besetzt werden, das genaue Gegenteil davon, wenn Kurrupte sich der Macht bedienen. Viele sagen, dass allein zählt, was am Ende dabei herauskommt. Doch ist die gesamte Debatte, über dieses Monument und seine Aussage, von enorm negativen Interpretationen dieser Aussagen geleitet.

Die erste Richtline ist, gelinde gesagt, schockierend. Sie bedeutet, dass jetzt im Moment etwa 12 von 13 Menschen nicht existieren sollten. Bei einer geschätzten Weltbevölkerung von 6,7 Milliarden Menschen, würde dies einen ''Überschuß'' von 92,54 % bedeuten. Von den Machern dieses Monuments ist wohl ein durchschnittlicher Verbrauch eines Menschen an Ressourcen zugrundegelegt wurden, der diese Anzahl an Höchstbevölkerung erlaubt, wenn man innerhalb der natürlichen Grenzen bleiben will, um einen Kollaps zu vermeiden. Die Frage ist, wie man diesen Punkt erreichen will.

Der zweite Punkt fordert von den Menschen Verantwortlichkeit im Fortpflanzungsverhalten. Vielfalt und Tauglichkeit sind Stichworte aus der Evolutionsbiologie. Dabei können Vielfalt und Tauglichkeit aufgefasst werden als Argument für Hyterozygotie, also Mischerbigkeit, und gegen Rassismus.

Die letzte Richtline ermahnt den Menschen, kein Kregsgeschwür für die Erde zu sein. Dies ist leider keine unpassende Bemerkung über das derzeitige globale Verhalten der Menschheit auf der Erde. Obwohl der Mensch natürlich kein Krebs ist und auch keiner sein müsste, kann man schlecht abstreiten, dass wir unsere wichtigen Ökosysteme auf das Äußerste belasten. Die Frage ist hier nur, ob die Schöpfer dieses Monuments der Erde sozusagen eine ''Chemoterapie'' verordnen möchten oder lediglich den Menschen einen verantwortungvollen Lebensstil anraten?

Stehen die Georgia Guidestones in Verbindung zu einer Neuen Weltordnung?

Das was viele mit der ''NWO'' verbinden ist eine starke Vereinfachung für die überwältigenden Herausforderungen vor denen wir stehen und welche intensiviert oder gar verursacht werden von der Art und Weise, wie unsere Gesellschaft aufgebaut ist. Einfach anzunehmen, dass alles um uns herum; jede Ungerechtigkeit, alles was falsch läuft und jedes Versagen, bewusst verursacht wird, von einer nicht näher bezeichneten Gruppe von Menschen heisst, diesen Leuten mehr Macht zuzugestehen als sie wirklich haben.

Nicht abzustreiten ist, dass derzeit 67 bis 85 Leute so viel Reichtum haben, wie die Hälfte der Menschheit. Allerdings beruht deren Macht darauf, dass das derzeitige System so bleibt wie es ist. Diese Leute haben gar kein Interesse an einer ''neuen'' Ordnung, sie wollen die existierende verteidigen, so wie sie ist, mit ihnen an der Spitze. Die Vorstellung da wäre eine Macht, die sich in Jahrhunderten an die Spitze hochgearbeitet hat, mit einer handvoll Leuten, würde ja bedeuten, viele andere Leute und ihre Verantwortung daür, dass es so ist wie es ist, einfach nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen – zu negieren.

Es ist durchaus bekannt, dass diejenigen, welche gern in die ''Verschwörerecke'' gestellt werden, bereits über die Macht verfügen. Ferner sollte klar sein, dass diese Leute nicht direkt mit den Georgia Guidestones in Verbindung gebracht werden können. Nicht das es nicht möglich wäre, aber vielmehr sieht es nach einem Werk aus, von reichen philosophisch interessierten Ideologisten, oder gar einer Einzelperson. Man muss nicht Eigner einer großen multinationalen Bank sein, um irgendwo einen Haufen behauener Steine hinzustellen.

Wenn man sich die Georgia Guidestones einmal wirklich anschaut, ist es offensichtlich, dass die ''Reichen und Mächtigen'' der Welt diesen Richtlinien gar nicht folgen. Dort werden faire Gesetze gefordert, weniger Korruption, Gesundheit, Gleichberechtigung, Bildung und Menschenrechte. Wenn man den ersten Punkt einmal als Diskussionsgrundlage begreift, kann man dem Rest doch eigentlich nur zustimmen.

Originalartikelvon Katharine J. Tobal auf EXPOSINGTHE TRUTH


 

Sonntag, 17. August 2014

Kamikaze - Mach's gut kleiner Welpe, liebes Leben...


Kamikaze – Für die einen ein Symbol der Sinnlosigkeit des Krieges, für manche Symbol der Verzweiflung angesichts der Niederlage und für nicht wenige Symbol für den absoluten Opfermut im Angesicht des Todes. Ein Bild ging um die Welt, welches sehr junge Piloten zeigt, die ihr Leben, einen Tag nachdem dieses Foto aufgenommen wurde, opferten – Hingabe bis zum Tod für Kaiser und Heimat. Wer war der Junge, der den kleinen Welpen hält?






Ein Foto, das 5 lächelnde junge Piloten mit einem kleinen Hundewelpen zeigt, wurde zur berühmesten Darstellung japanischer Kamikazeflieger des 2. Weltkrieges. Die jungen Piloten auf dem Bild waren Teil der 72. Shinbu-Staffel (Spezialangriffseinheit) der kaiserlich japanischen Armee, welche, am 27. Mai 1945, einen Angriff auf die US-Marine bei Okinawa flog. Der junge Pilot in der Mitte, der den kleinen Welpen hält, hieß Yukio ''Yuki'' Araki und war 17 Jahre und 2 Monate alt als er, einen Tag nachdem dieses Foto aufgenommen wurde, bei einem Kamikazeangriff sein Leben opferte.

Yuki wuchs auf in der kleinen Stadt Kiryu in der Präfektur Gunma. Als Kind liebte er Modellflugzeuge und gewann den ersten Preis in einem Wettbewerb, in dem er ein Modellflugzeug für die längste Zeit in der Luft hielt. Er meldete sich mit 15 Jahren freiwillig zu einem Trainingsprogramm der Armee, in welchem Jugendliche zu Piloten ausgebildet wurden. Im Sptember 1943 rückte Yuki zur 6 monatigen Grundausbildung im Tachiarai-Luftwaffenstützpunkt der kaiserlich japanischen Armee ein. Bei seinem Abschluss erhielt Yuki die höchste Auszeichnung für seine herausragenden Leistungen. Dannach wurde er versetzt in die Nähe des Stützpunktes Metabaru, für weiteres Flugtraining, und dann im Mai 1944 nach Pjöngjang (Korea) zum Training auf Mitsubishi Ki-51 Erdkampfflugzeugen.

Etwa Februar 1945 meldeten sich die Flieger von Yukis Einheit, der 23. Rensai Staffel in Pjöngjang, geschlossen freiwillig für Kamikazeeinsätze. Im März verlegte die Einheit zum Kakamigahara Luftwaffenstützpunkt, um ihre Maschinen für Kamikazeeinsätze umzurüsten. Dort wurde die Einheit dann in 72. Shinbu-Staffel umbenannt und Yuki nahm am 5. April die Gelegenheit zu einem letzten Besuch bei seiner Familie wahr. Obwohl die näheren militärischen Einzelheiten geheimgehalten wurden, ahnte Yukis älterer Bruder und wahrscheinlich auch seine Eltern, dass dieser Besuch wohl der letzte war. Er übergab seinen Eltern drei Briefe, die im Falle seines Todes geöffnet werden sollten, einen für seine Eltern, einen an seinen älteren Bruder und einen an seine 3 jüngeren Brüder. Nachdem Yuki zurückgekehrt war zu seiner Einheit, kam sein älterer Bruder allein zum Luftwaffenstützpunkt, um ihn ein letztes mal zu sehen.

Nach der Umrüstung der Ki-51 Flugzeuge kehrten die 12 jungen Männer der Staffel zurück nach Korea, um weitere Befehle abzuwarten. Am 21. April 1945 erhielten sie, wahrscheinlich aufgrund verworrener Umstände in der militärischen Führung, den Befehl nach Nanking in China zu verlegen. Wegen eines US-Anriffes, im Zuge dieser Verlegung, verlor ein Pilot sein Leben und ein weiterer wurde verletzt. Am 5. Mai erhielten sie den Befehl nach Metabaru, wo Yuki bereits zu Trainigszwecken stationiert war, zu verlegen. Nachdem die Maschinen in Pjöngjang gewartet wurden, erreichte die Staffel mit 10 Leuten am 17. Mai Metabaru und wartete auf weitere Befehle.

Am 25. Mai verlegte die 72. Shinbu-Staffel zum geheimen Bansei Luftwaffenstützpunkt, an der südlichen Spitze von Kyushu. Am 26. Mai machte ein Fotograf der Asahi Shimbun, einer großen japanischen Zeitung, das berühmte Foto von Yuki mit dem kleinen Hundewelpen und 4 seiner Staffelkameraden. In den frühen Morgenstunden des 27. Mai schrieb Yuki seinen letzten Brief an seine Familie, dannach startete die Staffel, wobei eine der Maschinen zurückkehren musste, wegen eines Motorschadens. Von den 9 Angehörigen der 72. Shinbu-Staffel, die Kurs auf Okinawa nahmen, waren 6 unter 20 Jahre alt.

Hier Yukis letzter Brief, vom 27. Mai 1945, an seine Familie:

Ich schreibe meinen letzten Brief und hoffe es geht Euch gut soweit.

Heute gehe ich auf eine glorreiche Mission und ich werde bestimmt großen Erfolg in der Schlacht haben. Ich warte auf den Tag, an dem wir uns wiedersehen in Kudankita, wenn die Kirschblüten blühen.

Bitte paßt auf Euch auf. Übermittelt bitte meine Grüße an meine jüngeren Brüder und an alle in der Nachbarschaft.

Sayonara

Kundankita ist ein Bezirk in Tokyo, in dessen Mitte der Yasukunischrein ist, welcher gewidmet ist denen, die ihr Leben opferten im Dienst für das Japanische Kaiserreich.

Hier der Inhalt einer Bleistiftnotiz an seine Eltern:

Lieber Vater, liebeMutter,

ich hoffe Euch Allen geht es gut.

Ich breche am 27. auf, an den Ort der entscheidenden Schlacht. Hiermit übersende ich ein paar Strähnen meiner Haare, abgeschnitten in der Nacht vor meinem Feindflug, sowie das Abzeichen der 72. Shinbun-Staffel, von meinem Fliegeranzug, den ich bis zum Ende tragen werde.

Bitte paßt auf Euch auf und bitte entschuldigt diese hastig geschriebene Notiz.

Yukio



Die 3 Briefe, die Yuki, bei seinem letzten Besuch am 5. April, bei seiner Familie ließ, sollten geöffnet werden im Falle seines Todes.

Hier der Brief an seine Eltern:

Lieber Vater, liebe Mutter,

ich hoffe Euch und meinen Brüdern geht es gut soweit.

Es wurde entschieden, dass ich als Teil der Tokkotai (Sepezialangriffstruppe) teilnehme an der Schlacht um Okinawa. Das hat mich tief bewegt und mein einziger Wunsch ist es, ein feindliches Schiff mit einem einzigen Schlag zu versenken.

Wenn ich zurückblicke, möchte ich mich entschuldigen dafür, dass ich nicht in irgendeiner Weise für Euch dagewesen bin in den letzten etwa 10 Jahren.

Durch die Lehren von verschiedenen Vorgesetzten seit meinem Eintritt in die Armee, widme ich nun mich selbst meinem Land, als Mitglied der Tokkotai. Bitte findet gefallen an Eurem Wunsch, für meine Loyalität gegenüber dem Kaiser sowie der Hingabe an die Eltern.

Ich fühle kein Bedauern und folge geradewegs meinem Pfad.

Ich bitte Euch meine drei jüngeren Brüder zu erziehen, dass sie unserem Land dienen können als edle Flieger. Meine aufrichtige Hoffnung ist auch, dass Ihr gut auf Euch acht gebt und Euer Bestes gebt an der Heimatfront.

Bitte übermittelt meine Grüße an alle Verwandten und die Nachbarn.

Sayonara,
Yukio Araki
72. Shinbu-Staffel

Diesen Brief richtete Yuki an seinen älteren Bruder Seiichi:

Lieber Bruder,

ich danke Dir für die lange Zeit, in der Du auf mich Acht gegeben hast. Ich gehe in den Tod ohne Reue und werde einen ernsthaften Treffer machen.

Ich entschuldige mich dafür, dass ich bis heute nicht die Gelegenheit hatte mich für Deine Güte zu revanchieren. Bitte sei erfreut, dass diese Versetzung an die Front mein Dank an Dich ist.

Heute, wo die Lage im Krieg immer ernster und ernster wird, ist es mir wichtig meinen jungen Körper in den Feind zu stürzen. Dieses Jahr trittst Du auch in das Militär ein und ich erwarte aufrichtig, dass Du Dich anstrengst mit harter Arbeit und hingebungsvollem Dienst im Militär.

Ich möchte Dich und unsere Eltern um etwas bitten. Achtet bitte auf die Ausbildung meiner drei jüngeren Brüderund das sie mir in der Zukunft als gute japanische Männer nachfolgen werden.

Auf das wir uns wiedersehen unter den Blüten von Kudankita.

Yukio

Den folgenden Brief schrieb Yuki an seine jüngeren Brüder:

Liebe Brüder, Yasuyoshi, Yoshio und Kunikatsu,

lernt sehr gut und esst reichlich. Zaudert nicht mit Lebensmittelrationen. Ihr werdet nicht wachsen, wenn ihr nicht esst. Tut bitte, was die Eltern Euch sagen, und werdet gute japanische Männer.

Gebt Euch nicht damit zufrieden wenig zu erreichen im Leben. Seid nicht stolz mit kleinen Erfolgen, tut Euer Bestes in Allem. Erinnert Euch an Toyotomi Hideyoshi. Schon seit langen Zeiten sind Fehler die Grundlage jeden Erfolges.

Euer älterer Bruder

Toyotomi Hideyoshi war japanischer Heerführer und Begründer der Tokugawadynaste der Shogune. Er stammte aus einfachen Verhältnissen. Im 16. Jahrhundert startete er einen erfolglosen Versuch der Eroberung von Korea und China.

(Übersetzung der Briefe aus dem Japanischen von Bill Gordon, 2005)
  
Quellen:

  
Yuki Died at 17 in a Kamikaze Attack (Yuki-wa Junanasai Tokko-de Shinda) Nonfiction (Poplar Publishing, 2004)

(May 8, 2005). Originally published in The Concord Review 7 (Fall 1996):175-209.

Naemura, Hichiro. 1993. Rikugun saigo no tokkou kichi: Bansei tokkoutaiin no isho to isatsu (Army's last special attack base: Last letters and photographs of Bansei special attack corps members). Osaka: Toho Shuppan.

Samstag, 16. August 2014

Sozialer Wohnungsbau nach Art der Fugger


Die Fugger sind ein europäischer Mythos, ein Synonym für Reichtum und wirtschaftliche Macht. In diesem Jahr jährt sich der Geburtstag von Jakob Fugger genannt „der Reiche“ zum 555. mal. Ein Grund mehr einen bedeutenden Vertreter der Renaissance zu ehren, nicht zuletzt auch wegen seines Stiftungswerkes, welches unter anderem die Fuggerei in Augsburg umfasst, die sogar etwas mit einem der größten Genies der Musikgeschichte, mit Mozart, zu tun hat und die erste Sozialsiedlung der Welt ist.


Die Fuggerei in Augsburg ist die älteste Sozialsiedlung der Welt. Bereits im Jahre 1521 stiftete Jakob Fugger, genannt „der Reiche“, diese Siedlung für bedürftige augsburger Arme, Tagelöhner, Handwerker und Bürger. Heute wohnen in den 140 Wohnungen, verteilt auf 67 Häuser, 150 bedürftige katholische Bürger der Stadt Augsburg. Die Jahresmiete beträgt bis heute den nominellen Wert eines Rheinischen Guldens, der bei etwa 88 Cent (0,88 EURO, in Worten achtundachzig Cent!) liegt. Dafür sprechen die Bewohner, für den Stifter und seine Familie, täglich ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria.

Jakob Fugger „der Reiche“

 
 Jakob Fugger, Gemälde von Albrecht Dürer


Am 6. März 1459 wurde Jakob Fugger in Augsburg geboren, wo er am 30. Dezember 1525 auch verstarb. Er wurde in den Familienzweig „von der Lilie“ hineingeboren. Er galt als der bedeutendste Kaufmann, Montanunternehmer und Bankier seiner Zeit. Das Familienunternehmen, was er führte, würde man heute als „multinationalen Konzern“ bezeichnen. Bereits im Alter von 14 Jahren bereitete er sich in Venedig auf seine spätere Tätigkeit vor. Er führte das Unternehmen seiner Familie von einem Handelsunternehmen mittlerer Reichweite zu einem europaweit agierenden Konzern. (nach Geffcken, DAMALS 7/2004)
Mit seiner Unterstützung des Hauses Habsburg hatte er auch Einfluß auf die europäische Politik, der ihm selbstverständlich auch geschäftliche Vorteile einbrachte. Er finanzierte den Aufstieg Kaiser Maximilians I., die Wahl Karls V. zum römisch-deutschen König und die habsburger Heiratspolitik, in deren Folge die Krone Ungarns und Böhmens für die Habsburger gesichert werden konnten.
Erwähnenswert sind auch die Stiftungen Jakob Fuggers. So stiftete er unter anderem mit der 1509 bis 1512 erbauten Fuggerkappele in St. Anna den ersten Renaissancebau in Deutschland. Der 1515 erbaute Damenhof in den Fuggerhäusern in Augsburg gilt als erstes deutsches nicht kirchlich-sakrale Bauwerk der Renaissance. Im Jahre 1521 stiftete er die Fuggerei in Augsburg.

Die Anfänge der Fuggerei

Die zwischen 1516 und 1523 erbaute Anlage wurde am 23. August 1521 offiziell von Jakob Fugger gestiftet, für bedürftige, katholische Bürger der Stadt Augsburg. Sie war gedacht für von Armut bedrohte Handwerker und Tagelöhner, die beispielweise durch Krankheit in eine Notlage geraten waren. Die Bewohner konnten sowohl innerhalb, wie außerhalb der Fuggerei einer Tätigkeit nachgehen und sollten im Falle der wirtschaftlichen Erholung wieder ausziehen.

 
Die Kirche in der Fuggerei

Der erste Geistliche in der Fuggerei war der Jesuit Petrus Canisius (1521 – 1597), ein Theologe und Schriftsteller, sowie einflußreicher Kirchenlehrer. Dieser war ein bedeutender Vorkämpfer der Gegenreformation und auf ihn gehen die ersten katholischen Katechismen zurück. Er wurde im Jahre 1925 heilig gesprochen.
Die Kirche St. Markus in der Fuggerei wurde in den Jahren 1581/82, vom Baumeister Hans Holl, erbaut und von Markus und Philipp Eduard Fugger gestiftet.


 

Die Fuggerei und kriegsbedingte Zerstörungen

Bereits im Dreißigjährigen Krieg wurde die Fuggerei bis 1642 weitestgehend zerstört, aber dann wieder aufgebaut. Im Jahre 1944 wurde die Fuggerei, im Zuge von Luftangriffen auf Augsburg im 2. Weltkrieg, zu zwei Dritteln zerstört, aber der Aufbau noch im selben Jahr vom Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Familienseniorat beschlossen. Mit Mitteln aus der Stiftung wurde die Fuggerei ab 1945, nach Plänen von Raimund von Doblhoff, wieder aufgebaut. Bereits 1947 zogen die ersten Bewohner wieder ein und Ende der '50er Jahre war der Wiederaufbau abgeschlossen.



Die Bewohner der Fuggerei

 
Nach dem Willen des Stifters sollte die Fuggerei „würdigen Armen“ eine Heimstatt bieten. Es galt, wer dort wohnen wollte musste Augsburger Bürger sein, katholischen Glaubens und mit einem guten Leumund. Diese Regeln gelten, neben den bereits erwähnten Gebeten für den Stifter und seine Familie, bis heute.
Die meisten Bewohner waren in Notlage geratene Handwerker und Tagelöhner. Bis in das 20. Jahrhundert hinein meist Familien mit mehreren Kindern. Einer der Bewohner war 1681 bis zu seinem Tode 1694 der Maurermeister Franz Mozart, der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus Mozart. Über dessen Verarmung gibt es verschiedenste Thesen.
Die Lebensbedingungen waren schon für damalige Zeiten recht angenehm. Die Türglocken sind auch heute noch, wie vor nahezu 500 Jahren, mechanisch und jede unterscheidet sich an Griff und Gehänge, um in der Dunkelheit Verwechslungen zu vermeiden.
Das Areal umfasst heute 8 Gassen, eine Kirche und, nach einem Zuerwerb von 1973, 67 Häuser. Die 3 Tore werden nachts von 22 Uhr bis 5 Uhr geschlossen, bis 24 Uhr kommen die Bewohner gegen einen Obulus von 50 Cent, an den Nachtwächter, hinein.
Die Wohnungen der Fuggerei sind 60 Quadatmeter groß und verfügen jeweils über einen eigenen Eingang. Die Erdgeschoßwohnungen haben zusätzlich einen Garten und die im Obergeschoß einen Speicher. Heute sind die Wohnungen an das Fernwärmenetz angeschlossen.




 

Die Verwaltung der Fuggerei

Die Fuggerei stellt eine von 9 Stiftungen in der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration dar. Sie verfügt über Wälder und Immobilien und finanziert die Fuggrei noch heute. Ab 2006 ist auch der Tourismus eine Einnahmequelle, denn die Fuggerei ist, neben dem Augsburger Rathaus, eine der beliebtesten Touristenattraktionen in Augsburg. Das Aufsichtsgremium ist das Fürstlich und Gräfich Fuggersche Familienseniorat.

Donnerstag, 14. August 2014

Wann war eigentlich das Mittelalter?


Die Frage dannach, wann das Mittelalter begann und wann es endete, ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die Mittelalterforschung, auch Mediävistik, debattiert schon seit langer Zeit darüber, ob es ein spezielles Jahr gab, wo das Mittelalter begann oder wann genau sein Ende war. Diese Debatte wird auch nicht so schnell zu einem Ergebnis kommen.



Die Vorstellung von einem „Mittelalter“ überhaupt, geht zurück auf Autoren aus dem 17. Jahrhundert, die ein medium aevum erwähnten. In ihrem Entwurf des Mittelalters, sahen sie diese Zeit als dunkle Epoche zwischen der glorreichen Zeit des Römischen Reiches und ihrer eigenen Zeit, die sie als „Renaissance“, also „Wiedergeburt“, sahen – als Beginn eines neuen „goldenen Zeitalters“. Das Mittelalter wurde oft dargestellt, als Zeit ohne Bildung, Kultur oder gesellschaftlichen Fortschritt.

Heutige Wissenschaftler haben keine so negative Sicht auf das Mittelalter. Hier sind einige ihrer Vorschläge, wann das europäische Mittalter begann und wann es endete.

Der Beginn des Mittelalters

Die Annahme des christlichen Glaubens durch Kaiser Constantin (ca. 312) - Etwa um das Jahr 312 herum nahm der Kaiser des römischen Reiches Constantius I. den christlichen Glauben an. Im folgenden Jahr erließ er das „Edikt von Mailand“, in welchem er die Anerkennung des Christentums und anderer Religionen geboten hatte. In den Zeiten davor wurde das Christentum oft verfolgt. Aber mit der offiziellen Akzeptanz konnte sich diese neue Religion entfalten und etablieren.

Der Fall des Westreiches (476) – Am 4. September des Jahres 476 wurde der Kaiser Romulus Augustus abgesetzt, ohne einen Nachfolger für diesen zu bestimmen. Er wurde schon als Kind zum Kaiser ausgerufen, gilt aber nur als Gallionsfigur, während die tatsächliche Macht in der Hand seines Vaters Orestes lag. Nichtsdestotrotz markiert seine Absetzung das Ende des Weströmischen Reiches.

Die Islamische Expansion (700) – Der berühmte Mittelalterforscher Henri Pirenne (1862 – 1935) sah den Beginn des Mittelalters um das Jahr 700 herum, als die muslimische Expansion den Mittelmeerraum stark veränderte, indem die islamische Herrschaft etabliert wurde in ganz Nordafrika, auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Italiens. Die Unterbrechung des Handels aus Südeuropa zwang Nordeuropa dazu, sich großteils zu einer Agragesellschaft zu entwickeln.

Das Ende des Mittelalters

Die Krönung von Francesco Petrarca zum poeta laureatus in Rom (1341) – Am Ostersonntag (8. April) 1341 wurde der Dichter Francesco Petrarca als poeta laureatus, lorbeergekrönter Dichter, in Rom ausgezeichnet für sein Werk „Africa“, welches von der Geschichte des 2. Punischen Krieges, zwischen dem Römischen Reich und Karthago handelt. Einige sahen dies als inoffiziellen Beginn der Renaissance.


Der Fall von Konstantinopel (1453) – Die osmanische Eroberung von Konstantinopel, im Jahre 1453, markiert endgültig den Untergang des Oströmischen Reiches, somit verschwindet auch der verbliebene Rest des Römischen Reiches von der geschichtlichen Bildfläche.

Die Entdeckung Amerikas (1492) – Mit der Ankunft von Christoph Kolumbus
in der Karibik begann eine neue Ära von Erforschung, Handel und Kolonisation, die Europa nachhaltig veränderte.

Der Beginn der Reformation (1517) – Am 31. Oktober 1517 brachte Martin Luther seine 95 Thesen am Portal der Schlosskirche zu Wittenberg an, welche die Reformation einleiteten und somit das Ende der nahezu uneingeschränkten Macht der Katholischen Kirche markierten.

„In den Tagen, als Historiker einfache Leute waren, hielt man den Fall von Konstantinopel, 1453, für das Ende des Mittelalters. Heute wissen wir nur zu gut, dass der Strom der Geschichte unaufhörlich fließt und ihn nichts aufhält.“ - Sir James Cochran Stevenson Runciman


Nach einem englischen Original auf Medievalists.net.